Warum bleibt Arbeit liegen?
Eine grobe Stundenbilanz zeigt, ob der geschätzte Arbeitsbedarf zur verfügbaren Zeit passt. Sie erklärt noch nicht die Ursache. Deshalb betrachten Sie anschließend auch Verteilung, Störungen, Abläufe und Strukturen – ohne vorschnell auf fehlendes Personal zu schließen.
Zwei Fragen, die zusammengehören – aber nicht dasselbe sind: Die Arbeitslast-Bilanz prüft, ob die anfallende Arbeit in die verfügbare Zeit passt. Die wirtschaftliche Orientierung prüft zusätzlich, ob Kosten, Erlöserwartung und verfügbare Leistungsstunden zusammenpassen. Eine wirtschaftliche Stundenlücke erklärt nicht automatisch, warum eine konkrete Aufgabe liegen bleibt; sie zeigt einen möglichen Widerspruch in den wirtschaftlichen Annahmen.
Wo bleibt Arbeit liegen?
Beginnen Sie mit der Ebene, auf der das Problem sichtbar wird. Die Stundenbilanz und die anschließenden Prüffragen beziehen sich dann auf genau diese Ebene.
Vorhandene Kapazitätszahl einordnen
Eine Zahl allein sagt noch nicht, ob sie sinnvoll ist. Prüfen Sie, was darin berücksichtigt wurde, und vergleichen Sie sie nach Möglichkeit mit dem Arbeitsbedarf.
Kapazitäts-Selbstcheck: Wo bleibt meine Arbeitszeit?
Die gesamte Arbeitszeit ist nicht automatisch für Kunden- oder Projektarbeit verfügbar. Erfassen Sie typische interne und sonstige Zeitanteile. Sie können die Kategorien anpassen, Werte grob schätzen und nicht zutreffende Felder leer lassen.
Welche Zeitanteile fallen zusätzlich zur Kunden- und Projektarbeit an?
Tragen Sie die Stunden für den gewählten Zeitraum ein. Die Zahlen in den Feldern sind nur Beispiele. Erfassen Sie hier nur Tätigkeiten, die nicht bereits im geschätzten Bedarf an Kunden- und Projektarbeit enthalten sind.
Leer gelassene Zeitanteile werden rechnerisch als 0 behandelt. Wenn Sie eine Tätigkeit nicht einschätzen können, kann das Ergebnis Ihre nutzbare Kapazität überschätzen. Die Liste ist eine Denkstütze, keine vollständige Vorgabe.
Wirtschaftlich notwendige Verkaufsleistung einschätzen
Sie müssen Ihren Erlös je Stunde nicht schon kennen. Wir leiten ihn aus Zahlen ab, die Sie eher zur Hand haben, oder rechnen mit einem ausdrücklich vorläufigen Szenario.
1. Was muss Ihr Geschäft im Jahr erwirtschaften?
2. Wie können wir den durchschnittlichen Erlös je eigener Arbeitsstunde ermitteln?
Wählen Sie die Grundlage, die Ihrer Arbeit am ehesten entspricht. Der Rechner ermittelt daraus einen Näherungswert – statt vorauszusetzen, dass Sie ihn bereits kennen.
Der Rechner teilt die Erlöse durch die verkauften Stunden. Das ist ein Rückblickswert, keine Garantie für die Zukunft.
Verwenden Sie möglichst ein typisches, bereits abgeschlossenes Projekt – nicht nur die geplanten Stunden.
Ohne eine plausible Preisannahme lässt sich kein sinnvoller Verkaufsstundenbedarf berechnen. In diesem Fall ist das Ergebnis ausdrücklich nur ein Szenario.
3. Ist dieser Stundenbedarf im Jahr überhaupt erreichbar?
Ein erforderlicher Stundenwert sagt erst dann etwas aus, wenn er mit einer realistischen Jahreskapazität verglichen wird. Die folgenden Startwerte sind nur Beispielannahmen. Passen Sie sie an Ihre Situation an.
Die Abwesenheitstage dürfen sich nicht überschneiden. Die Modellrechnung unterstellt, dass die erfassten Tage auf reguläre Arbeitstage fallen und die übrigen Wochen typisch verlaufen. Die Beispielwerte sind keine Branchenrichtwerte.
Die Rechnung setzt Kosten und Erlöse auf vergleichbarer Basis an. Sie berücksichtigt keine saisonalen Schwankungen, Zahlungsausfälle oder Erlöse aus anderen Quellen. Leere Zielbeträge werden mit 0 angesetzt – tragen Sie daher nur Werte ein, die Sie bewusst berücksichtigen möchten.
Was könnte die Arbeit ausbremsen?
Eine Stundenlücke sagt, dass Bedarf und verfügbare Zeit nicht zusammenpassen – aber nicht warum. Markieren Sie, was Ihren Alltag am ehesten beschreibt. Mehrere Ursachen können gleichzeitig wirken.
Die Auswahl ist keine Diagnose. Sie macht sichtbar, welche Fragen als Nächstes geprüft werden sollten – bevor aus einer Überlastung automatisch zusätzlicher Personalbedarf abgeleitet wird.
Kapazitätsübersicht für mehrere Funktionsgruppen
Sie müssen nicht jede Rolle einzeln durch ein Formular führen oder sich Zwischenergebnisse merken. Ergänzen Sie die Tabelle um die Gruppen, die in Betrieb und Veränderungsvorhaben gemeinsam gebraucht werden. Unterschiedliche Rollen bleiben getrennt: Freie Zeit in einer Gruppe gleicht keinen Engpass in einer anderen automatisch aus.
So schätzen Sie die Zeitbindung des Regelbetriebs ein
Beginnen Sie mit einer typischen Woche, nicht mit einer außergewöhnlich ruhigen oder hektischen Woche. Nutzen Sie greifbare Anhaltspunkte:
- Kalender und Regeltermine: feste Betriebsaufgaben, Meetings, Bereitschaften, wiederkehrende Termine.
- Arbeitslisten und Vorgänge: laufende Tickets, Fälle, Kundenanfragen oder wiederkehrende Arbeit.
- Unterbrechungen: dringende Zwischenaufgaben, Rückfragen und Störungen, die im Alltag regelmäßig anfallen.
Schätzen Sie dann, welcher Anteil der nach Abwesenheiten verfügbaren Zeit üblicherweise vom Regelbetrieb gebunden wird. Wählen Sie lieber eine passende Größenordnung als eine scheinbar genaue Prozentzahl. Wenn es nicht seriös einschätzbar ist, wählen Sie „Noch nicht einschätzbar“ – die Tabelle weist dann auf die fehlende Grundlage hin.
Addieren Sie, was diese Gruppe über alle laufenden Vorhaben in einer typischen Woche beitragen soll: Arbeitspakete, Analysen, Tests, Projekttermine und vereinbarte Fachbeiträge. Anhaltspunkte bieten Projektpläne, Ressourcenübersichten, Kalender und zugesagte Liefertermine.
Erfassen Sie Arbeit, die durch ein Projekt zusätzlich im laufenden Betrieb anfällt – zum Beispiel zusätzliche Supportanfragen, doppelte Dateneingaben im Parallelbetrieb, Datenbereinigung oder zusätzliche Abstimmungen. Nicht gemeint ist die direkte Projektarbeit selbst, etwa Tests oder Projekttermine. Tragen Sie hier nur Stunden ein, die weder in der Schätzung für den laufenden Betrieb noch beim direkten Projektaufwand enthalten sind.
Die Bilanz zieht je Person die durchschnittlichen Abwesenheitsstunden pro Woche von der regulären Wochenarbeitszeit ab. Beziehen Sie Urlaub, Feiertage, Krankheit und Fortbildung ein. Wenn Sie keinen belastbaren Wert haben, kennzeichnen Sie die Schätzung entsprechend.
Rechenbeispiel: 5 Personen mit je 38 Arbeitsstunden und 4 Abwesenheitsstunden haben zusammen 170 verfügbare Stunden. Bindet der Regelbetrieb etwa 63 % (rund 107 Stunden), bleiben rund 63 Stunden. Bei 8 zusätzlichen Stunden im Tagesgeschäft, die durch Projekte entstehen, und 60 Stunden direktem Projektaufwand fehlen rund 5 Stunden pro Woche. Die Werte dienen nur zur Erklärung.
| Team / Funktionsgruppe | Personen | Arbeitsstd. je Person / Woche | Abwesenheit je Person / Woche | Zeitbindung durch Regelbetrieb | Direkter Projekt- und Programmaufwand Std./Woche, ganze Gruppe |
Zusätzliche Arbeit im Tagesgeschäft durch Projekte Std./Woche, ganze Gruppe |
Grundlage | Bilanz | Aktion |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Noch nicht berechnet | |||||||||
| Noch nicht berechnet | |||||||||
| Noch nicht berechnet |
Der Export enthält die erfassten Teams, die Schätzgrundlagen und die berechnete Wochenbilanz. Sie können ihn in der Investitionsentscheidung importieren. Die Daten bleiben auf Ihrem Gerät. Zur Investitionsentscheidung →
Wichtig für die Eingabe: Projektaufwand meint direkte Beiträge zu Projekten und Programmen, etwa Arbeitspakete, Tests oder Projekttermine. Die zusätzliche Arbeit im Tagesgeschäft durch Projekte meint Mehrarbeit, die im laufenden Betrieb entsteht, weil ein Projekt umgesetzt wird – etwa Parallelbetrieb, zusätzliche Supportanfragen, doppelte Dateneingaben oder Datenbereinigung. Erfassen Sie diese Zusatzlast nicht doppelt im Regelbetrieb oder im direkten Projektaufwand. Bei keinem Aufwand tragen Sie 0 ein; leere Felder bedeuten, dass die Angabe noch fehlt.
Was könnte die Arbeit ausbremsen?
Eine Stundenlücke beweist nicht automatisch, dass mehr Personal benötigt wird. Prüfen Sie auch, ob Zeit in Abläufen, Abstimmungen, Wartezeiten, Nacharbeit oder überkomplexen Strukturen gebunden wird.
Die Auswahl liefert Hinweise für eine genauere Prüfung, keine Diagnose.
Wenn der Engpass vor allem durch wiederkehrende Tätigkeiten und Schichtabdeckung entsteht, ist der Personalbedarfsrechner das passendere Werkzeug. Wenn das Problem noch unklar ist, hilft der Fragenklärer bei der Eingrenzung.
Wie viel Arbeit fällt in einer typischen Stunde an?
Übernehmen Sie die Beispielwerte oder ersetzen Sie sie durch Ihre Schätzungen. Es geht zunächst um eine typische Stunde in einem klar abgegrenzten Arbeitsbereich.
Die Beispielwerte sind frei anpassbar. Das Ergebnis ist eine erste Orientierung: Stoßzeiten, unterschiedliche Fallkomplexität, notwendige Parallelbesetzung und Pausen müssen für eine konkrete Planung gesondert betrachtet werden.
Einordnung: Die Bilanz zeigt, ob der geschätzte Arbeitsbedarf zur verfügbaren Zeit passt. Sie erklärt nicht automatisch, wodurch eine Lücke entsteht. Die Prüffragen helfen, zwischen zu hoher Arbeitsmenge, fehlender Zeit, Verteilungsproblemen, Störungen und strukturellen Reibungsverlusten zu unterscheiden.
